Valpic Découverte – 4. Juli 2026 –

Galerie Artémis & Globe – Rue du Grand Place 10 – Crans
Valpic Entdeckung – 4. Juli 2026 –
Vernissage und Gespräche mit den Galeristen Thierry Ote und Isabelle Rouma sowie den Künstlern Marc Dedrie,
Lise Vurpillot und Pierre Yermia
VALPIC Découverte • 4. Juli 2026 • Galerie Artémis & Globe, Crans-Montana
Bei dieser Veranstaltung wurden die Werke von drei Künstlern vorgestellt, die in der Galerie Artémis & Globe ausgestellt sind. Die Galeristen Thierry Ote und Isabelle Rouma moderierten den Austausch – sowohl vor Ort als auch aus der Ferne – vor einem zahlreichen Publikum. Der Abend klang mit einem von der Galerie ausgerichteten Cocktailempfang aus.
Drei Künstler, drei Sichtweisen auf die Natur
- Marc Dedrie formt vor allem Vögel aus Bronze. Er ist bekannt für seine farbenfrohen Patina-Oberflächen.
- Lise Vurpillot malt Tiere. Sie versucht, ihre Persönlichkeit und ihre Ausstrahlung darzustellen.
- Pierre Yermia schafft Bronzeskulpturen, die oft schlank oder monumental sind. Seine Arbeiten vereinen Kraft, Anmut und Ausgewogenheit.
Auch wenn ihre Techniken unterschiedlich sind, teilen die drei Künstler ein gemeinsames Interesse: die Natur und die Tierwelt. Ihre Werke sollen Emotionen wecken und eine dauerhafte Verbindung zum Publikum herstellen.
Marc Dedrie: Den Geist des Vogels einfangen



Erst beobachten, dann formen
Marc Dedrie stellt Vögel dar, die er in der Natur beobachtet hat. Für jede Skulptur wählt er eine Haltung, die den Charakter des Tieres zum Ausdruck bringt. Er legt großen Wert auf Bewegung und Linienführung. Bei einer Kolibri-Skulptur zum Beispiel verlängert der Schnabel des Vogels die Linie des Blattes.
Die Patina – eine ganz persönliche Note
Polieren und Patinieren sind zwei verschiedene Techniken. Das Patinieren erfolgt unter Hitze: Die Bronze wird erhitzt, dann werden verschiedene Mittel auf ihre Oberfläche aufgetragen. Diese reagieren mit dem Metall und untereinander. Das Ergebnis hängt von der Erfahrung, der Zeit und der Anzahl der Schichten ab.
Marc Dedrie verwendet farbige und marmorierte Patina. Manche Werke sehen fast wie Stein aus. Diese Technik ist zu einem Markenzeichen seiner Arbeit geworden.
Werke, die mit ihrer Umgebung in Verbindung stehen
Im Gespräch ging es auch um seine Präsenz in verschiedenen Galerien, vor allem in Antwerpen und Crans-Montana. Für den Künstler ist die zwischenmenschliche Beziehung zu den Galeristen entscheidend. Seine Skulpturen fügen sich ganz natürlich in einen Alpenort ein, im Einklang mit den Bergen und der Landschaft.
Lise Vurpillot: Die Persönlichkeit der Tiere enthüllen



Von der Skizze bis zum Großformat
Lise Vurpillot hat zunächst sehr farbenfrohe Porträts gemalt. Später hat sie sich dann den Tieren von hier und anderswo zugewandt. Sie beobachtet sie ausgiebig in Parks, Zoos oder auf ihren Reisen, vor allem in Kenia. Zuerst fertigt sie vor Ort Skizzen an und arbeitet ihre Motive dann in großen Formaten aus.
Ein einfühlsames Gemälde
Ihr Ziel ist es nicht nur, ein Tier nachzubilden. Sie möchte seine Präsenz, seinen Blick und seine Persönlichkeit spürbar machen. Ihre Arbeit regt das Publikum außerdem dazu an, über den Stellenwert der Tiere und den Naturschutz nachzudenken.
Für jede Situation die passende Technik
Je nach Ort, Trocknungszeit und den Bedingungen in der Werkstatt passt sie ihre Produkte und Verdünnungen an. Sie kann dabei unter anderem eine Emulsion, Terpentin oder verschiedene Essenzen verwenden.
Pierre Yermia: zwischen Erde und Himmel



Anmut, Kraft und Gleichgewicht
Pierre Yermia sucht nach eleganten und leichten Formen. Seine Figuren und Tiere wirken gleichzeitig fest im Boden verankert und zum Himmel hingezogen. Die Proportionen sind oft gestreckt, mit einem bewusst verkleinerten Kopf. Diese Gestaltung verleiht den Skulpturen eine starke Präsenz im Raum.
Die Zeichnung als Ausgangspunkt
Das Zeichnen spielt in seinem Schaffensprozess eine zentrale Rolle. Er beginnt oft mit kleinen Formaten, arbeitet dann mit Gips weiter und gießt das Werk schließlich in Bronze. Für ihn entsteht eine Skulptur nach und nach, wie eine Geburt. Sie entwickelt sich und reift mit der Zeit.
Schlichte Farben und gemeinsame Arbeit
Bei seinen Patina-Arbeiten kommen vor allem Grün-, Blau-, Schwarz- und Grautöne zum Einsatz. Die Farben werden je nachdem ausgewählt, ob das Werk drinnen oder draußen aufgestellt wird. Pierre Yermia arbeitet mit Patinierern zusammen, um die Oberfläche zu finden, die die Skulptur am besten zur Geltung bringt.
Zahlreiche Einflüsse
Seine Arbeit lässt sich von verschiedenen Epochen der Kunstgeschichte inspirieren: unter anderem von der antiken Bildhauerei, Brancusi, Giacometti und der Malerei von El Greco. Er kopiert diese Künstler nicht. Er macht sich ihre künstlerischen Ansätze zu eigen, um seine eigene Formensprache zu entwickeln.
Monumentale Skulpturen im öffentlichen Raum
Für Pierre Yermia ist ein monumentales Werk mehr als nur eine größere Skulptur. Es muss mit der Landschaft oder der Stadt in Dialog treten. Wenn es im öffentlichen Raum aufgestellt wird, kann es einen Rundgang begleiten und die Art und Weise verändern, wie die Menschen einen Ort wahrnehmen.
Die wichtigsten Punkte des Treffens
- Die Natur aufmerksam und respektvoll beobachten.
- Dem dargestellten Tier Präsenz und Persönlichkeit verleihen.
- Die Techniken und Farben an jedes einzelne Werk anpassen.
- Überlegen, welchen Platz das Kunstwerk in der Galerie, in der Landschaft oder im öffentlichen Raum einnimmt.
- Werke schaffen, die die Zeit überdauern und von einer Generation zur nächsten weitergegeben werden können.
- Die Künstler treffen und ihr Atelier entdecken, um ihre Welt besser zu verstehen.
Ein paar Worte, die man sich merken sollte
„Die Bildhauerei ist wie eine Brücke zwischen Erde und Himmel.“
„Ich suche nach einer Pose, die den Geist des Tieres wirklich widerspiegelt.“
„Die Patina ist eine Frage der Erfahrung: Es gibt keine Gewissheit, aber es gibt Zeit und Übung.“
„Die Zeichnung ist eine erste, wesentliche Erscheinungsform: Die Skulptur bleibt immer eine Zeichnung.“
„Eine monumentale Skulptur kommt erst dann richtig zur Geltung, wenn sie in ihrer Umgebung atmen kann.“
